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Kinder verboten!

Kinder verboten!

Ich finde die Einstellung mancher Zeitgenossen einfach erschreckend:

Atomkraft? Ja, aber bitte nicht in meiner Stadt!
Windkraft statt Atomkraft? Ja, aber bitte nicht in meiner Nähe!
Flüchtlinge aufnehmen? Ja, aber bitte nicht in meiner Strasse !
Brauchen wir mehr Kinder? Ja, aber bitte nicht in meinem Haus!

Wenn jeder so denkt werden wir ein langsam aussterbendes Volk von Egoisten!

Hier ein aktueller Fall dazu:

Ich habe eine Eigentumswohnung in Remscheid in der Ludwigstrasse. Diese stand, da Remscheid eine sterbende Stadt ist, seit längerem leer, Mieter waren selbst bei einer Miete von nur 300 Euro für 70qm nicht zu bekommen. Nun hatte ich eine Interessentin, die sogar bereit war die Wohnung für 5 Jahre zu mieten. Sie wollte dort eine Kindebetreuung für maximal 5 Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren einrichten, zumal diese Art der Betreuung gerade vom Staat gefördert wird. Die Wohnung liegt in unmittelbarer Nähe zu einer Schule (der Pausenhof ist gegenüber) und eines Kinderspielplatzes und ca 400 Meter vom Stadtzentrum entfernt.

Leider wird es nicht dazu kommen. Warum? Auf einer Eigentümerverrsammlung wurde durch drei anwesende Eigentümer (zwei im Rentenalter ohne Kinder), die zusätzlich 4 Vollmachten hatten mit einer Stimmenzahl von 7 zu 1 Stimmen die Nutzung der Wohnung als Kindertagesstätte abgelehnt. Die anwesenden Parteien waren weder guten Worten noch Vorschlägen zugänglich.

Stattdessen kamen Argumente wie:
„Die Mieterin führt sich auf als gehöre ihr das Haus.“  (Anmerkung: Sie hat es gewagt eine Rose auf einer Freifläche im Vorgarten vor ihrem Balkon zu pflanzen.)
„Kinder machen Lärm.“
„Die Kinder spielen im Hof, da fahren Autos.“
„Eltern bringen und holen die Kinder und hinterlassen vielleicht tagsüber die Kinderwagen im Hausflur.“
„Die Eltern fahren bestimmt auf den Hof und parken da, dann kommen wir nicht mehr rein und raus.“
„Der Hausflur und die Nebenräume werden genutzt und verschmutzen so viel schneller.“
„Wir haben doch schon zwei Kinder im Haus.“
„Wenn wir jetzt das Gewerbe zulassen und die Kinderbetreuung ist irgendwann weg, was kommt dann für ein Gewerbe?“

Vorschläge wie : Es gibt eine Genehmigung mit folgenden Auflagen :

  1. Das Befahren des Hofes durch die Eltern ist untersagt.
  2. Die Nutzung des Hofes und der Nebenräume als Spielplatz ist untersagt.
  3. Die Mieterin reinigt das Treppenhaus  auf eigene Rechnung zusätzlich, wenn die Verschmutzung durch die Eltern oder Kinder das übliche Maß übersteigt.
  4. Die Mittagsruhe von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr ist einzuhalten.
  5. Bei Zuwiderhandlung kann die Genehmigung ganz oder teilweise zurückgezogen werden.

wurden abgelehnt, die Mieterin, die Ihr Konzept vorstellen wollte,  wurde noch nicht einmal angehört und durfte auch nicht an der Versammlumng teilnehmen.

Ich habe die Probleme dargelegt, die zum Leerstand der Wohnung führen (sterbende Stadt mit hoher Fluktuation in Richtung Düsseldorf, keine Dauerparkmöglichkeiten in der Nähe, weil die Stadt vor ein paar Jahren Parkscheibenpflicht auf beiden Strassenseiten eingeführt hat), sowie meine bisherigen Verluste dargelegt, sowie  die Probleme der Mieterin geschildert. Leider alles ohne Erfolg.

Zu guter Letzt durfte ich mir statt dessen noch anhören „Ihnen ist wohl egal von wem Sie Ihre Miete bekommen, hauptsache Sie bekommen sie!“.
Mir lag auf der Zunge zu sagen „Nein, Ich habe die Wohnung nur gekauft und zahle montlich 700 Euro an Nebenkosten und Hypothek, weil ich dafür sorgen möchte, dass Sie durch den Leerstand  Ihre Ruhe geniessen können“, habe es mir aber dann doch verkniffen.
Anmerkung: Die Wohnung war ursprünglich als Rente für mich gedacht, inzwischen habe ich mehr als 20.000 Euro Verlust durch die Wohnung gehabt , ohne weiteren 5 stelligen Verlust ist sie auch nicht zu verkaufen.

Dazu stellen sich mir nun folgende Fragen:

Wenn alle so handeln, wer soll dann demnächst unsere Rente zahlen, wenn keiner mehr Kinder bekommt aus Angst, dass er keine Wohnung oder Kindergartenplatz mehr bekommt?
Wer wird noch in Wohnungen investieren, wenn sie hinterher leer stehen müssen, weil den Nachbarn irgendetwas nicht gefällt?
Wie werden unsere Kinder leben können, wenn wir nicht auf Windkraft umstellen, weil keiner ein Windrad in Sichweite haben will?
Unsere Kinder und die Flüchtlinge sind unsere Zukunft. Wer soll sonst einmal unsere Renten zahlen? Wir haben heute schon Altersarmut. Viele bekommen nach 45 Jahre Arbeit nur eine Rente in Höhe von 950 Euro, Das ist zum Leben zu wenig und zum sterben zu viel.
Wenn wir nicht bald alle einmal in uns gehen und diese Mentalität abstellen („ja , aber bitte nicht bei mir“), dann sehe ich richtig schwarz für unsere Zukunft.

Armes Deutschland.

 

 

 

 

 

 

2016-07-18T21:08:30+00:00

Ein Kommentar

  1. Gudula Stegmann 7. Dezember 2016 um 21:20 Uhr

    Menschen mit dieser Einstellung, sollte man dann auch links liegen lassen, wenn sie selber Hilfe brauchen. Wahrscheinlich hätten sie durch die Tagesstätte sogar selbst profitiert.

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